! Neu ! Wie alt ist Badorf eigentlich, von Michael Segschneider



 Historie Badorf, Eckdorf, Geildorf im Überblick, auch als PDF!
 

Die Dörfer Badorf, Eckdorf und Geildorf blicken auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück. Wer hier aus Interesse tiefer eindringen möchte, findet dazu in der Literatur ausreichende Möglichkeiten. Die Dorfgemeinschaft Badorf-Eckdorf e.V. wird bei speziellen Fragen zur Ortsgeschichte gerne behilflich sein. Damit der Besucher unserer Web-Seite einen kurzen Überblick bekommen kann, haben wir einige wichtige bzw. interessante Daten und Ereignisse aufgelistet: 

Historie Badorf, Eckdorf, Geildorf im Überblick:

 In Badorf 1932 gefundene Mauerreste lassen auf einen großen Gutshof zur Römerzeit schließen.
Die römische Wasserleitung verlief auf ihrem Weg nach Köln durch Eckdorf, wie 1898 entdeckt wurde.
Um 450 wurde vermutlich auch der Badorfer Raum im Zuge der fränkischen Landnahme
neu besiedelt.
 
In karolingischer Zeit (9./.10.Jhd.) zählte der Badorf-Eckdorfer Raum zu den herausragenden Töpferzentren. Die „Badorfware“ wurde bis Skandinavien und England gehandelt. Viele früh-
bis hochmittelalterliche Töpferöfen wurden hier bei Ausgrabungen gefunden.
 
965 Ersterwähnung Ortsname Badorf
Erzbischof Bruno von Köln vermacht in seinem Testament dem Koster St.Pantaleon in Köln
u.a. den Hof Bavingan.
Als einer der 12 Tafelhöfe musste Badorf den Bedarf der Hoftafel der Abtei St.Pantaleon im
Monat April decken. Der Hof wurde später Abtshof genannt.
 
1176 Ersterwähnung Ortsname Geildorf
Erzbischof Phillip bestätigt dem Kloster Marienthal zahlreiche Besitztümer (u.a....de Geilegedorp...).
Dieser Hof wurde 1321 an Kloster St.Pantaleon verkauft. Der Pantaleonshof wurde im Volksmund Michelshof genannt.
 
1200 Ersterwähnung Ortsname Eckdorf
in Gegenwart des Erzbischofs Adolf wird Glizmudis aus Eckdorf als hörige des Fronhofes Vochem
freigesprochen (...de Ekkedorp Glizmudium...)
 
1224 Weinbau in Badorf
In seinem Testament ordnet Abt Heinrich von Camp an: „Gereicht werde Wein aus dem Weinberg zu Bedorp“. Vermutlich wurde hier schon viel früher Wein angebaut. Die Weinberge wurden meist von Pächtern bestellt, angebaut wurde überwiegend roter Wein. 1795 gab es 41 Kleinwinzer.
Der letzte Kleinwingert musste 1871 weichen. Noch heute besteht der Badorfer Wingerte nur aus Kleingärten.
 
1285 Brühl erhält Stadtrechte, Badorf, Eckdorf und Geildorf gehören fortan zum „Beifang“.
Damit waren Rechte und Pflichten verbunden.
 
1324 Ersterwähnung der Eckdorfer Mühle. Die Getreidemühle arbeitete bis ca.1908.
 
1431 Ritter Daem von Lupenau verkauft seinen Hof in Geildorf mit samt Mühle an Kölner Stift St.Severin. Der Serverinshof wurde im Volksmund Petershof genannt.
 
um 1450 Neben dem Abtshof wird eine Kapelle erwähnt. Der Abt von St.Pantaleon läßt sie 1614 an gleicher Stelle neubauen. Die Errichtung der heutigen St.Anna Kapelle wurde dort 1725 begonnen.
 
1587 Kloster Benden verkauft das Heimbachsgut zu Eckdorf.
 
1612 Hexenprozeß in Köln. Verhaftet wir Trin von Bedorp.
 
1633 Der Badorfer Abtshof brennt nieder. Im Jahre 1720 brannte er ein zweites mal.

1750 wurde der Abtshof an Eheleute Johann Decker verpachtet.

 
1747 Badorf und die Braunkohle
In der „Klüttenzeit“ wurde die spätere Braunkohle in Turfgruben oder Klüttenkaulen abgebaut und zu Klütten verarbeitet, deren Heizwert jedoch schlecht war.
Für den Badorf Raum beginnt eine 190 Jahre andauernde Epoche. Für die ersten rund 100 Jahre bestreiten viele Badorfer ihr Einkommen mit dem händischen Abbau von Braunkohle. Die Abbaumethoden in den zahllosen Kleinstgruben sind primitiv und lebensgefährlich. Nach 1825 werden
28 Einzelkonzessionen für Badorf erteilt. Erst mit der Industrialisierung Mitte des 19.Jhd. und der Brikettherstellung wird der Abbau in größeren Tagebauen vorgenommen. 1895 nimmt die Brikettfabrik Berggeist in Badorf ihren Betrieb auf.
In Badorf entsteht 1899 das erste Braunkohlenkraftwerk der Welt zur Stromerzeugung.
 
1802 Säkularisation
der Badorfer Abtshof, der Geildorfer Pantaleonshof und der Geildorfer Sverinshof gehen in staatlichen
Besitz über und werden 1807 an Privatleute veräußert.
 
1897 Fertigstellung der neuen Pfarrkirche zu Badorf.
 
1897 Die Vorgebirgsbahn Bonn-Brühl wird eröffnet. Der Zug hält am Bahnhof Eckdorf-Geildorf.
 
1898 Die Gemeinde Badorf schließt mit dem Elektrizitätswerk Berggeist einen Stromlieferungsvertrag.
 
1932 Die Gemeinde Badorf mit Eckdorf und Geildorf wird zusammen mit Anderen in die Stadt Brühl
eingemeindet.
 
Zusammengestellt durch Michael Segschneider
 
Literatur zur Ortsgeschichte (Auswahl):

Titel:                 Die Brikettwaage von Grube Lucretia
 
                     Ein Industriedenkmal in Badorf-Eckdorf ? 
Autor:               Michael Segschneider und Hans Willi Breidenbach     
Herausgeber:    Brühler Heimatblätter, Nr.3 Juli 2010, 67.Jahrgang

Titel:                 Aus der Geschichte von Badorf, Eckdorf und Geildorf 
Autor:               Josef Segschneider     
Herausgeber:    Stadt Brühl, Band 20 der Schriftenreihe zur Brühler Geschichte, 1997,
ISBN 3-926076-33-X
 
Titel:                 Die Familien aus Badorf, Eckdorf und Geildorf 
Autor:               Josef Segschneider     
Herausgeber:    Stadt Brühl, Band 22 der Schriftenreihe zur Brühler Geschichte,
1.Auflage 2003, ISBN 3-86579-006-2
2.Auflage 2004, Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde e.V., Köln
 
Titel:                 Brühl -  Geschichte  -  Bilder, Fakten, Zusammenhänge 
Autor:               Wolfgang Drösser       
Herausgeber:    Verlag Rolf Köhl, ISBN 3-921300-05-3, 2005
 
Titel:                             Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land
100 Jahre Pfarrkirche St.Pantaleon in Brühl-Badorf       
Autor:               Verschiedene   
Herausgeber:    Katholische Pfarrgemeinde Brühl-Badorf, 1997
 
Titel:                 Die Geildorfer Höfe     
Autor:               Michael Segschneider  
Herausgeber:    Dorfgemeinschaft Badorf-Eckdorf e.V., 2005
 
Titel:                 Die Geschichte der Eckdorfer Mühle
und ihrer Müllersleute   
Autor:               Michael Segschneider  
Herausgeber:    Dorfgemeinschaft Badorf-Eckdorf e.V., 2003
 
Titel:                 800 Jahre Eckdorf 1200 - 2000 
Autor:               Josef Segschneider     
Herausgeber:    Autor, 2000